Obedience

Was ist Obedience?

Obedience ist eine Einstellungssache

Um allen Interpretationen zuvor zu kommen – Obedience ist keine Ausbildungsmethode. Dies wird heute immer noch gerne so dargestellt und ich denke, es liegt daran, dass mittlerweile sehr viele Hundeführer ihre Hunde in dieser Sportart erfreulich positiv ausbilden. Dennoch, viele Wege führen nach Rom, und deshalb gibt es durchaus auch Hunde, die mit konventionellen Methoden ganz gute Erfolge im Obedience nachweisen. Nichts desto trotz: Beim Obediencehund kommt es darauf an, dass er willig, freudig und für seine Rasse entsprechend in einem guten Tempo arbeitet. Teamarbeit ist angesagt. Erfolgreiche Teams versuchen eine ausgeglichene Basis zu finden; diese heißt Vertrauen und Verständnis. Natürlich geht nichts ohne Konsequenz – fehlt diese, dann wird die gemeinsame Arbeit ein Fiasko. Klare und eindeutige Regeln sind ein Muss.

Die Kunst in der Obedienceausbildung liegt darin, das Motivationslevel über eine lange Zeit hin hoch zu halten. Und dies ist nicht leicht, wenn man sich vor Augen hält, dass der Hund im Gegensatz zum Agility, Turnierhundsport oder dem VPG-Sport keine Möglichkeit hat, sich richtig auszupowern. Er hat die ganze Prüfung über ruhig und konzentriert und ohne irgendwelche Hilfsmittel zu arbeiten. Und das genau ist das, was die Obedienceausbildung so spannend macht. Hier muss der Hundeausbilder bereits ein hohes Maß an Motivation mitbringen, denn hat er nicht die Geduld und fehlt ihm die richtige Einstellung, kann er seinem Hund niemals die Freude an dieser Art der Arbeit vermitteln.

Wenn man aber Spaß an einer harmonischen Teamarbeit hat, wenn man die klassische Unterordnung nicht als langweilig sondern als Herausforderung ansieht und wenn man die Kommunikation mit dem Tier und kreatives Arbeiten schätzt, dann ist Obedience bestimmt eine tolle Beschäftigung.

Bezüglich der Hunderassen sieht man auch hierzulande mehr und mehr Border Collies im Obedience-Ring. Viele dieser Border Collies haben eine Karriere als Agiltiyhund bereits hinter sich gebracht oder werden parallel in beiden Sportarten gearbeitet. Generell gibt es aber keinen Grund zur Annahme, man könnte Obedience nur mit einem Border Collie erfolgreich betreiben. Mit Sicherheit ist es so, dass ein geschickter und guter Hundeausbilder einen Border Collie in relativ kurzer Zeit zu einer guten Obediencearbeit bringt, aber ein Border Collie ist kein Garant dafür, dass man im Obedience ganz oben steht. Es ist unbestritten, dass andere Rassen in ihrer Lerngeschwindigkeit dem Border Collie unterlegen sind, dennoch – ist man bereit ein wenig Zeit zu investieren, dann erreichen auch Labrador, Terrier und Co. einen vergleichbaren Leistungsstand. Es liegt auch hier wieder einmal an der Einstellung zur Sache. Jeder Hund kann es, wenn der Hundeführer will …



Obedience in Kürze

Leistungsstufe Beginner
In der Beginner-Klasse wird die Sozialverträglichkeit der Hunde untereinander sowie das Verhalten gegenüber anderer Menschen, das sogenannte „Stehen und Betasten„ überprüft. Für diese Übung werden mindestens 3 Teams zusammen auf den Platz getestet. Eine weitere Aufgabe in der Gruppe ist die Ablage über 2 Minuten.
Weitere Bestandteile dieser Leistungsklasse ist eine kurze Leinenführigkeit und Freifolge im Normalschritt sowie das Sitz aus der Bewegung. Darüber hinaus wird das Abrufen und ein Voraussenden zur abgelegten Leine sowie ein Apport auf ebener Erde verlangt.

Leistungsklasse 1
In dieser Leistungsklasse werden in der Gruppe eine Ablage über 3 Minuten sowie ein Absitzen über 1 Minute, jeweils mit Sichtkontakt zum Hundeführer verlangt. In der Leinenführigkeit sowie in der Freifolge wird der Normal- sowie der Laufschritt gefordert. Eine weitere Übung ist das Platz aus der Bewegung. Wie auch in der Beginner-Klasse wird das Abrufen und das Voraussenden zur zuvor abgelenkten Leine geprüft, ebenso ein Apport auf ebener Erde.
Als vollkommen neue Übung in dieser Leistungsstufe ist die Distanzkontrolle. Hierbei wird der abliegende Hund aus 15 Meter Entfernung durch seinen Hundeführer ins Sitz und anschließend wieder zurück ins Platz gebracht. Dabei darf sich der Hund nicht von der Ausgangsstelle wegbewegen.

Leistungsklasse 2
Als Gruppenübungen werden hier das Absitzen über 2 Minuten in Sichtweite des Hundeführers und eine 3minütige Ablage außerhalb der Sichtweite des Hundeführers gezeigt. Es gibt keine Leinenführigkeit mehr. In der Freifolge werden Normal-, Lauf- und langsamer Schritt verlangt. Ähnlich wie bei der Begleithundeprüfung wird außerdem ein Sitz und ein Platz aus der Bewegung verlangt. Das Abrufen des Hundes wird erschwert, indem der Hund während seines Herankommens auf halber Strecke ins Platz gebracht wird, um anschließend in gleich schnellem Tempo den Weg zu seinem Hundeführer fortsetzt. Eine weitere Übung ist das Voraus in ein abgestecktes Viereck (die Box), wobei hier keine Leine mehr zur Orientierung des Hundes liegt. Die Distanzkontrolle wird ausgeweitet um die Position Steh, so dass der Hund auf 15 Meter Entfernung seine Position insgesamt 3 x wechslen muss. In der Leistungsklasse 2 gibt es 2 Apportierübungen. Zum einem hat der Hund eine Holzhantel über eine Hürde zu apportieren, zum anderen muss er einen Metallgegenstand auf ebener Erde apportieren.
Eine neue Übung in dieser Klasse ist die Geruchsunterscheidung. Hierbei muss der Hund aus 6 Hölzern das heraussuchen, was der Hundeführer zuvor bei sich getragen hat. Hierzu hat der Hund 3 Minuten Zeit.

Leistungsklasse 3
Auch hier werden Gruppenübungen verlangt. 2 Minuten absitzen und 4 Minuten abliegen werden außer Sicht des Hundeführers überprüft. Die Freifolge gestaltet sich in dieser Klasse sehr lang, Winkel und Kehrtwendungen werden in allen 3 Gangarten gezeigt. Außerdem können Seitenschritte und Rückwärtsschritte verlangt werden.
Beim Abrufen muss der Hund nach einem Drittel der Strecke ein Steh zeigen, nach einem weiteren Drittel ein Platz und danach einen perfekten Abschluss. Diese ganze Übung muss in einem gleichmäßigen Tempo durchgeführt werden.
Das Voraus wird „über Eck„ durchgeführt. Zunächst wird der Hund an einen 10 Meter entfernten Kegel geschickt, dort muss er halten. Von dort aus wird er weiter geschickt in die ca. 25 Meter entfernte Box.
Das Apportieren wird ebenfalls auf 2 Varianten geprüft. Zum einen wird der sogenannte Richtungsapport verlangt. Das Team stellt sich 10 Meter von einer Pylone entfernt auf. Weitere 10 Meter entfernt werden 3 Apportierhölzer ausgelegt. Das mittlere Holz liegt genau gegenüber der Pylone. (Pylone zwischen Team und Holz). Jeweils im Abstand von 5 Meter werden rechts und links wird ein weiteres Holz ausgelegt. Welches Holz der Hund bringen muss, wird zuvor ausgelost. Es wird niemals das mittlere Holz sein. Bei dieser Übung wird der Hund zunächst zur die Pylone geschickt und dort zum Halten gebracht. Anschließend wird er zum Apport des ausgelosten Holz geschickt.
Als weitere Apportübung muss ein Metallgegenstand über eine Hürde apportiert werden.
Die Distanzkontrolle beinhaltet in dieser Klasse insgesamt 6 Positionswechsel. z.B. aus dem Platz – Sitz – Steh – Platz – Steh – Sitz – Platz.
Die Geruchtsunterscheidung ist nahezu identisch mit den Anforderungen der Klasse 2. Jedoch hat der Hund für diese Übung nur noch maximal 1 Minute Zeit.