Schlittenhundesport

Der Schlittenhundesport

Der Schlittenhund gehört zu den ältesten Gebrauchshunden der Welt. Gerade in den nördlichen Regionen ist der Hund seit Menschengedenken wichtigster Mitkämpfer des Menschen um das Überleben in Eis und Schnee gewesen; er trotzte den härtesten Bedingungen, zog Lasten und half bei der Bewältigung weiter Strecken über Packeis und ewigen Schnee, war eifriger Assistent bei der Jagd, gleichzeitig ansprechbar und freundlich zur Familie und ihren Gästen. Gezielt gezüchtet wurde - wenn überhaupt - nach dem Motto "Die Beste mit dem Besten". Äußere Merkmale wie Fell- oder Augenfarbe hatten für die Zucht keine Bedeutung. So erklärt es sich, daß auf den ältesten Fotographien von Schlittenhundegespannen Hunde zu sehen sind, die aussehen wie "Bernhardiner-", "Setter-", "Labrador-", "Schäferhund-" oder "Husky-" Mischlinge.

In den 30er Jahren dieses Jahrhunderts setzte eine zweigleisige Entwicklung ein: während einerseits weiterhin primär am Gebrauchshund orientiert gezielt für den Einsatz vor dem Schlitten gezüchtet wurde, wurden andererseits auch bestimmte Hundetypen gezielt auf ein festgelegtes Aussehen hin gezüchtet. Aus dieser Rassehundezucht entstanden die heute weitgehend bekannten nordischen Rassen des Siberian Husky, des Grönländers, des Samojeden und Alaskan Malamute. Aus der Rennhundezucht entstanden die "schnellsten Säugetiere auf Distanzen über 16 Meilen" (Prof. Ray Coppinger, USA), die Alaskan Huskies, Schlittenhunde ohne einheitliches Erscheinungsbild.

Trotz ihres sehr unterschiedlichen Aussehens haben alle Hunde, die vor dem Schlitten laufen, eines gemeinsam: Laufwillen und Schlittenziehen als Lebensinhalt.

Jeder Hund, der der Belastung im Geschirr vor dem Schlitten physisch und psychisch gewachsen ist, für die Bewältigung dieser Aufgabe ausgebildet wurde und freiwillig den Schlitten zieht, ist ein Schlittenhund. Im DSSV bleibt jedem Musher überlassen, welche Zughunde er vor seinem Schlitten, seiner Pulka oder einfach vor seinem Bauchgurt einspannt. Am häufigsten findet man im Gespann die Alaskan Huskies. Fachleuten sind die unterschiedlichen Linienzuchten innerhalb der Alaskans wohl bekannt: der Indian Dog, der Village Dog, die Huslia und Aurora Huskies, der Saunderson Husky oder die Huskies aus der Linie Wright-Champaine.

In den skandinavischen Ländern hat der Schlittenhundesport eine wesentlich längere Tradition und einen sportlich höheren Stellenwert als bei uns. Sport und Jagd sind dort seit den dreißiger Jahren eng miteinander verknüpft und so ist es logisch, daß der Jagdhundeanteil in den Gespannen dort größer ist als bei uns oder in Nordamerika. Neben den "reinen" Jagdhunden wie Deutsch-Kurzhaar oder Pointer werden in Skandinavien auch seit Jahrzehnten Cross Breeds gezüchtet, die sogenannten Norwegian Hounds. Auch in Mitteleuropa findet man diese Züchtungen, bekannt unter dem Namen Europäischer Schlittenhund.

Auch der Siberian Husky geht im DSSV an den Start; über die DSSV-Rangliste werden am Ende der Saison die Gewinner des Deutschland-Cup und des Siberian-Husky-Pokal ermittelt.

Wie jeder seriöse Sport fühlt sich auch der Schlittenhundesport im DSSV der olympischen Formel verpflichtet: im DSSV, auf Europa- und Weltmeisterschaften dürfen alle Menschen starten, gleich aus welcher Nation sie kommen oder welche Hautfarbe sie besitzen; starten dürfen auch alle Hunde, egal ob sie Rassevertreter oder Mischlinge sind. Mögen die Besten (und das sind die, die ihre Aufgaben am fleißigsten erfüllt haben) gewinnen!

Quelle: Deutscher Schlittenhundesport Verband e.V. / www.dssv.org